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Newsartikel

Organspende: Schweigen ist nicht Zustimmung!

Der Natio­nal­rat debat­tiert heute über die Volk­si­ni­tia­tive zur För­de­rung von Organs­pen­den sowie über den indi­rek­ten Gegen­vor­schlag durch eine Ände­rung des Trans­plan­ta­tions­ge­setzes. Die EVP-Ratsmitglieder aner­ken­nen zwar den drin­gli­chen Mehr­be­darf an Spen­de­ror­ga­nen. Die Widers­pruchslö­sung – auch eine erwei­terte – ist jedoch der falsche, ethisch fragwür­dige Weg. Die EVP plä­diert für die Erklä­rung­slö­sung. Diese will, dass möglichst alle Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer eine Willen­serklä­rung abge­ben und setzt damit am Kern des Pro­blems an: der feh­len­den Doku­men­ta­tion des Spen­der­willens und dem gra­vie­ren­den Infor­ma­tions­de­fi­zit der Bevöl­ke­rung.

Die EVP-Ratsmitglieder aner­ken­nen, dass es zwei­fel­los einen drin­gli­chen Mehr­be­darf an Spen­de­ror­ga­nen gibt. Doch die Widers­pruchslö­sung der Ini­tia­tive ist der falsche Weg, um mehr Spen­de­rin­nen und Spen­der zu gewin­nen.

Schwei­gen ist nicht gleich Zus­tim­mung

Davon aus­zu­ge­hen, dass jeder, der sich nicht äus­sert, stil­l­sch­wei­gend einer Organs­pende zus­timmt, ist mehr als fragwür­dig und une­thisch. «Es kann doch nicht ein­fach das Schwei­gen als Zus­tim­mung gerech­net wer­den! Stel­len Sie sich mal vor, wenn wir das bei Volk­sabs­tim­mun­gen so hand­ha­ben wür­den», hin­ter­fragt EVP-Nationalrätin Marianne Streiff den zugrunde lie­gen­den Ansatz der Widers­pruchslö­sung – zumal bis­lang inter­na­tio­nal nicht ein­mal wis­sen­schaft­lich belegt wer­den konnte, dass die Widers­pruchs­re­ge­lung zu mehr Organs­pen­den nach dem Tod führt als die Zus­tim­mung­slö­sung.

Erklä­rung­slö­sung setzt am eigent­li­chen Pro­blem an

Das eigent­liche Pro­blem liegt Umfra­gen zufolge nicht an der feh­len­den Bereit­schaft der Schwei­zer Bevöl­ke­rung zur Organs­pende. Was fehlt, ist die Doku­men­ta­tion dieses Spen­der­willens sowie fun­dierte Infor­ma­tion und Ausei­nan­der­set­zung der Men­schen mit der Organs­pende nach dem Tod. Die EVP-Ratsmitglieder set­zen sich deshalb für das Erklä­rung­smo­dell der natio­na­len Ethik­kom­mis­sion ein (Min­de­rheit­san­trag im indi­rek­ten Gege­nent­wurf): Der Bund soll sichers­tel­len, dass Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer eine Willen­serklä­rung abge­ben, ob sie einer Organs­pende zus­tim­men, ihr widers­pre­chen oder sich nicht dazu äus­sern wol­len. «Damit wah­ren wir das Recht auf Selbst­bes­tim­mung und ent­las­ten die Angehö­ri­gen. Wir schaf­fen Ver­trauen, dass alle ihren Willen kund­tun konn­ten und die­ser respek­tiert wird. Und Ver­trauen legt die Basis für mehr Spen­den­willige», ist EVP-Nationalrätin Marianne Streiff über­zeugt.

Kon­takt:

Marianne Streiff, Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nalrä­tin: 079 664 74 57
François Bach­mann, Vize­prä­sident (Roman­die): 079 668 69 46
Roman Rutz, Gene­ral­se­kretär: 078 683 56 05
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70