EVP gibt den Anstoss für ein nationales Frauenmuseum

Der Bun­des­rat soll ein Kon­zept für ein «Haus der Frauen­ges­chichte» ausar­bei­ten las­sen. Der Natio­nal­rat hat eine ents­pre­chende Motion der EVP-Nationalrätin Marianne Streiff gut­ge­heis­sen. «Die Ges­chichte, die soziale Stel­lung, das Leben­sum­feld der Frauen und ihr Rin­gen um die Bewusst­wer­dung als Men­schen und poli­tische Wesen und damit auch um ihre selbstän­dige Ein­fluss­nahme sol­len sicht­bar gemacht wer­den», erläu­tert Marianne Streiff das Vorha­ben.

Das Kon­zept zu einem «Haus der Frauen­ges­chichte» oder «Frauen­mu­seum» soll Vor­schläge enthal­ten, wie die Ges­chichte, die Stel­lung und die Rolle der Frauen in der Schweiz dar­ges­tellt wer­den kann sowie die finan­ziel­len, räum­li­chen und betrie­bli­chen Rah­men­be­din­gun­gen auf­zei­gen. Es gehe nicht darum, dass der Bund ein Frauen­mu­seum grün­det. Er soll ledi­glich seine Infras­truk­tur zur Verfü­gung zu stel­len, um zusam­men mit inter­es­sier­ten Krei­sen ein pro­fes­sio­nelles Kon­zept zu erar­bei­ten – und dadurch die Chan­cen für des­sen spä­tere Ver­wirk­li­chung wesent­lich erhö­hen.

Ges­chichte nicht mehr nur von Män­nern über Män­ner

«Ges­chichte wurde in der Ver­gan­gen­heit gröss­ten­teils von Män­nern über Män­ner ges­chrie­ben», stellt EVP-Nationalrätin Marianne Streiff fest. Deshalb fehlt in der Schweiz bis heute ein natio­nales Zen­trum, das die Schwei­zer Ges­chichte unter wei­bli­chen Pers­pek­ti­ven aufar­bei­tet. «Über Jah­rhun­derte muss­ten Frauen in der Schweiz wegen männ­li­cher Über­le­gen­heits­vors­tel­lun­gen über sich, ihr Leben und ihre Leben­sum­stände, ihr Geld, ihre Sexua­lität und ihre Kin­der verfü­gen las­sen», so Marianne Streiff. Auch das ist Teil der Schwei­zer Ges­chichte, ebenso wie all dieje­ni­gen Frauen, die trotz die­ser Recht­lo­sig­keit bereits lange vor 1971 in Poli­tik, Gesell­schaft, Wis­sen­schaft, Wirt­schaft, Kunst und Kul­tur erfol­greich tätig waren.

Blick in Ver­gan­gen­heit und Zukunft

Zum Aspekt des lan­gen Weges der Frau hin zur Gleich­be­rech­ti­gung gibt es in der Schweiz bereits eine breite Exper­tise. Umso wich­ti­ger ist es, etwa die Arbeit des Schwei­ze­ri­schen Archivs für die Ges­chichte der schwei­ze­ri­schen Frauen­be­we­gung (Gosteli-Stiftung), der Inter­es­sen­ge­mein­schaft Frau und Museum, das Projekt «der wei­bliche Blick in die Zukunft» sowie ande­rer Fraue­nar­chive und -projekte in allen Lan­des­tei­len mit ein­zu­be­zie­hen. Auch Pers­pek­ti­ven hin zur De-facto-Gleichberechtigung sol­len im Kon­zept des Frauen­mu­seums einen zen­tra­len Platz ein­neh­men. Ste­reo­type Frauen­bil­der in der Gesell­schaft sol­len hin­ter­fragt und Alter­na­ti­ven vor­ges­tellt wer­den. «Denn das Frauen­mu­seum soll zu den Orten gehö­ren, die einen Blick nicht nur in die Ver­gan­gen­heit, son­dern auch in die Zukunft ermö­gli­chen», betont Motionä­rin Marianne Streiff.

Kon­takt:

Marianne Streiff, Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nalrä­tin: 079 664 74 57
François Bach­mann, Vize­prä­sident (Roman­die): 079 668 69 46
Roman Rutz, Gene­ral­se­kretär: 078 683 56 05
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70