EVP ermutigt Migros zu sozialer Verantwortung

Der Par­tei­vors­tand der EVP Schweiz emp­fiehlt den Genos­sen­schaf­te­rin­nen und Genos­sen­schaf­tern der Migros, bei der ans­te­hen­den Abs­tim­mung zum Alko­hol­ver­kauf in Migros-Filialen ein Nein ein­zu­le­gen. Die Migros als alko­hol­freie Ein­kauf­smö­gli­ch­keit hilft gefähr­de­ten und alko­hol­kran­ken Men­schen in ihrem tägli­chen Kampf gegen die Sucht und leis­tet einen wich­ti­gen Bei­trag zum Schutz Jugend­li­cher. Die Migros über­nimmt damit soziale Verant­wor­tung und bleibt Vor­bild für ein ethisch den­kendes und han­delndes Unter­neh­men.

Bis zum 4. Juni stim­men die 2,3 Mil­lio­nen Genos­sen­schaf­te­rin­nen und Genos­sen­schaf­ter darü­ber ab, ob in ihrer jewei­li­gen regio­na­len Migros-Genossenschaft Bier, Wein und Spi­ri­tuo­sen ver­kauft wer­den sol­len. Der Par­tei­vors­tand der EVP Schweiz emp­fiehlt den Abs­tim­mung­sbe­rech­tig­ten in die­ser ein­zi­gar­ti­gen Urabs­tim­mung von gros­ser gesell­schafts­po­li­ti­scher Rele­vanz, ein Nein ein­zu­le­gen. EVP-Parteipräsidentin und Natio­nalrä­tin Lilian Stu­der begrün­det die Emp­feh­lung:

«Die Migros war bisher für gefähr­dete und alko­hol­kranke Men­schen eine wich­tige Ein­kauf­smö­gli­ch­keit.
In ihrem alltä­gli­chen Kampf gegen die Sucht ist ein alko­hol­freies Sor­ti­ment hil­freich,
weil wenig­stens beim Ein­kauf die Ver­su­chung im Laden wegfällt.» 

Als ehe­ma­lige Ges­chäftsfüh­re­rin der Sucht­fachs­telle Blaues Kreuz Aargau/Luzern weiss sie, wovon sie spricht.

Wich­ti­ger Ent­scheid für den Jugend­schutz 

Such­tex­per­tin­nen und -exper­ten war­nen zudem davor, dass ein Ja zum Alko­hol­ver­kauf in der Migros den Jugend­schutz schwächt. Ein derar­ti­ger Ent­scheid wäre ein wei­teres Zei­chen dafür, den Alko­hol­kon­sum zu nor­ma­li­sie­ren und zu bana­li­sie­ren. Bereits heute sehen sich Jugend­liche im All­tag alle fünf Minu­ten mit einem Alko­ho­lan­reiz kon­fron­tiert. Wenn nun auch die Migros als zen­trale All­tag­sins­tanz ihren Grund­satz «Kein Alko­hol, kein Tabak, aber dafür Enga­ge­ment für Kul­tur und Sport» auf­gibt, sen­det dies das falsche Signal aus, dass Alko­hol kein Pro­blem mehr sei.

Mensch geht vor Gewinn

Natio­nal­rat und Sozia­lun­ter­neh­mer Nik Gug­ger, Zürich, nennt noch einen wei­te­ren Grund:

«Die Migros gilt vie­len noch immer als sozial verant­wort­lich han­delndes Unter­neh­men,
das eben nicht die reine Gewinn­maxi­mie­rung über den Men­schen stellt.
Diese wert­volle Vorreiter- und Vor­bild­funk­tion
für ein soziales und ethisches Unter­neh­mer­tum
würde ver­lo­ren gehen.»
 

Die Migros würde damit ein wesent­liches Stück ihrer ethi­schen DNA und auch ein Alleins­tel­lung­smerk­mal auf­ge­ben. Sie würde dadurch ihrer Repu­ta­tion als gesell­schaft­lich verant­wort­lich han­deln­der Gross­ver­tei­ler scha­den.

Ethisches Unter­neh­mer­tum ist ein poli­ti­scher Schwer­punkt der EVP Schweiz. Auch setzt sie sich seit ihrer Grün­dung für soziale Gerech­tig­keit und Men­schenwürde ein – und deshalb kon­sequent auch für Men­schen am Rande wie Sucht­kranke. Deshalb ruft sie alle Genos­sen­schaf­te­rin­nen und Genos­sen­schaf­ter auf, bei die­ser gesell­schafts­po­li­tisch wich­ti­gen Abs­tim­mung den Schutz der Schwa­chen über wirt­schaft­liche Inter­es­sen zu stel­len.

Kon­takt:
Lilian Stu­der, Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nalrä­tin: 076 575 24 77
François Bach­mann, Vize­prä­sident (Roman­die): 079 668 69 46

Nik Gug­ger, Vize­prä­sident und Natio­nal­rat: 079 385 35 35
Roman Rutz, Gene­ral­se­kretär: 078 683 56 05
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70